Emotionale Intelligenz als Führungsqualität in technischen Unternehmen.

Persönliche Führungsqualitäten, insbesondere emotionale Intelligenz, gewinnen auch in technischen Berufen immer mehr an Bedeutung, nicht erst seit dem Aufkommen der Trendthemen Agilität und New Work. In wissenschaftlichen Studien der klassischen Arbeitsparameter Leistung und Qualität wurde der Einfluss deutlich belegt, und auch als persönliche Erfahrung oft zitiert.

Ein Führungskräfteworkshop bei einem mittelständigen Technologieunternehmen gab den Auslöser zu diesem Artikel. Zudem wurden wir neulich auf einen Beitrag bei ingenieur.de, dem Nachrichtenportal für Ingenieure hingewiesen, in welchem „Emotionale Intelligenz…[als einen]… Karrierefaktor für Ingenieure“ betont wird.

Ingenieure und Ingenieurinnen, Techniker und Technikerinnen und technisch- denkende Menschen stehen vor einer zentralen, widersprüchlichen Herausforderung.

Der Gegenstand ihres Wirkens, d.h. das eigentliche Produkt, ist im Regelfall eben ein technisches Produkt. Er oder sie sollen Motoren entwickeln (inzwischen mit immer größeren Umweltanforderungen), Tragwerke konstruieren oder in der Medizintechnik und Informatik innovative Lösungen anbieten und umsetzen. Dabei ist ein starker technischer Sachverstand und Umsetzungsgeist gefordert und eine exzellente Zusammenarbeit mit anderen technisch-sachverständigen Mitarbeitenden und zum Teil auch Nichttechnikern (z.B. Marketing-Experten) notwendig. Menschen, Teams und auch die gesamte Organisation verbindet andererseits die Tatsache, dass Sie nicht nach der Logik der Technik bzw. Maschine „funktionieren“, sondern lebende Systeme sind (Ruth Seliger 2014).

Das Handling beider für die Organisation wichtigen Qualitäten bzw. Wahrnehmungswelten, ist gelingende Führungsarbeit und macht erfolgreiche Organisationen (im technischen) Bereich aus.

Werden Teams und Organisationen (lebende Systeme) mit technischem Denken und daraus resultierenden Handlungen und Strukturen geführt, sind unbefriedigende Resultate zumindest wahrscheinlich. Was es mit dem Zusammenspiel untereinander macht, steht zudem auf einem anderen Blatt. Dies ist auch in Change Projekten zu beobachten. Veränderungsmüdigkeit, Unverständnis und innere Kündigungen (die wichtige Funktion von Hierarchie sei dabei berücksichtigt) sind Indikatoren, die auf eine solche Kultur hinweisen können. Interessanterweise geschieht das technische Denken gerne unbewusst und ist mitunter in unserer Kultur und damit auch Sprache verankert.

Hierzu eine Übung aus unseren Führungskräfteseminaren: Beobachten Sie sich für eine Weile selbst (1 Tag, 1 Woche) und achten Sie auf die Momente, in denen Sie denken oder sagen, dass dies oder das mit den anderen Mitarbeitenden funktionieren sollte oder das ein Team „nicht funktioniert“.

Daniel Golemann (1997), der Vater des Emotional Leadership, nennt eine Studie in der sich besonders leistungsfähige Mitarbeiter aus dem technischen Bereich durch:

  • Große Leistungsbereitschaft
  • Soziale Fähigkeiten (Andere zu erwünschtem Verhalten zu bringen)
  • Begriffliches denken
  • Analytische Fähigkeiten
  • Bereitschaft Herausforderungen anzunehmen
  • Selbstvertrauen

auszeichnen.

Vier dieser Fähigkeiten basieren auf emotionaler Intelligenz und Führungsqualtäten die speziell geübt werden können. Führung kann, z.B. in Teams, einen Rahmen schaffen, in dem sich Kollegen und Kolleginnen, in dieser Hinsicht positiv entfalten können.

Als Organisationsberatung sehen wir unsere Aufgabe darin in Change Prozessen und mittels Coachings und Supervision, auf diesen Zustand hinzuweisen. Wir stärken die Organisation und Führung zu stärken, indem Führungskräfte und Teams neue und hilfreichere innere Bilder und Verhaltensweisen entwickeln. Dabei ist es nicht unser Ziel die zutiefst berechtigten technischen Sichtweisen und Kulturbilder vollständig zu ersetzen. Wir möchten diese um neue Möglichkeiten erweitern, damit die Organisation weiterhin erfolgreich bleibt.

Quellen:

  1. Ruth Seliger – 2014 – Positive Leadership, Schäffer-Poeschel Verlag
  2. Daniel Golemann – 1997 – EQ. Emotionale Intelligenz, dtv Verlagsgesellschaft

Autor / Autorin

Andreas Feldmann, René Langheinrich

Themenbereich

Organisationsentwicklung, Führung

Schlagwörter

# Führung, # purpose driven organizationen

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